Interview mit Monika Stadler
Am Ufer der Donau liegt Obernzell, ein idyllischer Erholungsort mit bunten Häuserfassaden und einer prächtigen Rokoko-Kirche.
Monika Stadler, Gästeführerin der Stadt, erzählt stolz von der reichen Geschichte ihres Ortes.
Obernzell wurde einst durch die Keramikherstellung berühmt, vor allem durch die Schwarzkeramik.
Diese besondere Keramik entstand, indem man Ton mit Graphit mischte, sodass die Gefäße und Schmelztiegel extrem hitzebeständig wurden – sie wurden weltweit von Münzwerkstätten und Goldschmieden geschätzt.
Die Nähe zu den größten Graphitvorkommen Europas und die Donau als Transportweg machten Obernzell wirtschaftlich erfolgreich.
Die Stadt florierte nicht nur durch Keramik, sondern auch durch Schiffsbau, Trachtenherstellung und Lederbekleidung.
Sogar der FC Bayern wurde schon mit Lederhosen aus Obernzell ausgestattet.
Monika führt die Besucher durch das Schloss von Obernzell, das ursprünglich im Jahr 1423 als spätgotische Wehrburg erbaut wurde und später unter dem Fürstbischof Urban von Trennbach zur Sommerresidenz ausgebaut wurde.
Heute beherbergt das Schloss das Keramikmuseum, eine Außenstelle des Bayerischen Nationalmuseums, das die Geschichte der Obernzeller Keramik bewahrt.
Zwischen historischen Mauern, Donau-Nixen und kunstvoller Keramik zeigt sich Obernzell als Ort, der Tradition, Handwerkskunst und Geschichte lebendig hält – ein Juwel an der Donau, das Besucher mit seiner Vielfalt überrascht.