Interview mit Brigitte Schreiner
Brigitte Schreiner ist Rangerin im Nationalparkzentrums Lusen. Sie kennt das Gebiet bestens, ist dort regelmäßig unterwegs und erklärt, was den Nationalpark so besonders macht.
„Unsere Hauptaufgabe ist es eigentlich, Informationen über die Regeln im Nationalpark weiterzugeben, aber wir passen auch auf die Radfahrer und alle anderen auf. Manchmal arbeiten wir aber auch in der Forschung oder machen unterwegs sauber. Als Ranger hat man also vielfältige Aufgaben“, beschreibt sie ihren Alltag.
Gerade für Radfahrer gelten im Schutzgebiet klare Regeln: „Man muss auf ausgewiesenen Wegen bleiben und kann nicht querfeldein fahren. Auf den Wanderwegen kann man viel kaputt machen und aus diesem Grund ist Radfahren darauf verboten – dafür gibt es extra Radwege.“ Die Route der Trans Bayerwald verläuft in diesem Bereich direkt auf dem Nationalpark-Radweg.
Der Nationalpark Bayerischer Wald wurde 1970 gegründet und war damit der erste Nationalpark Deutschlands.
Seit über 50 Jahren darf sich hier die Natur weitgehend frei entfalten. In den Naturzonen wird nicht eingegriffen – hier dürfen Bäume liegenbleiben, auch wenn sie vom Borkenkäfer befallen sind. Nur in einer Randzone von 500 bis 1000 Metern greift man ein, beispielsweise wenn ein Baum neben der Straße zur Gefahr werden könnte. Damit unterscheidet sich der Nationalpark klar von Staats- oder Privatforsten, wo Holz genutzt wird.
Wer den Park besser kennenlernen möchte, findet viele Angebote: Neben Informationen im Internet und geführten Touren des Nationalparks können Besucher auch jederzeit Ranger ansprechen.
Sommer wie Winter sind sie draußen unterwegs. Wichtigste Begleiterin im Rucksack? „Die Brotzeit“, sagt Schreiner mit einem Schmunzeln. Aber auch Erste-Hilfe-Material und Infomaterialien gehören dazu.
Zum Abschluss hat sie noch einen Tipp für alle, die mit dem Rad auf der Trans Bayerwald unterwegs sind: Ein Besuch im Nationalparkzentrum mit dem Tierfreigelände.
Dort lassen sich heimische Tiere beobachten, direkt gegenüber im Hans-Eisenmann-Haus gibt es außerdem eine Ausstellung über den Nationalpark.