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Unterirdische Gänge in Zwiesel

Zwiesel von Unten - unterirdische Gänge in der Glasstadt. Über Jahrhunderte, hatten die Bewohner Zwiesels bedingt durch die nahe Grenze immer wieder unter Seuchen, kriegerischen Einfällen und Hungersnöten zu leiden.

Hussiten, Schweden und Panduren

  • zogen plündernd durch den Ort und brachten Tod und Verderben. Gewaltige Feuersbrünste legten weite Teile des Marktes immer wieder in Asche.
  • Der Ausweg der findigen Bürger - Man grub sich in die Erde!
  • Es entstand ein ausgeklügeltes Höhlen- und Gangsystem unter der Stadt, das bis zu 3 km lang war und das unter beiden Häuserzeilen des Stadtplatzes verlief.
  • Hier in den unterirdischen Gängen suchten die Bewohner bis zu 11 m unter der Erde Zuflucht.
  • Allein dieses Gangsystem sicherte mit seinen Fluchtwegen, Verstecken und auch als Vorratskammern das Überleben in Zeiten von Bedrängnis und Not. Hier herrschte das ganze Jahr über rund 10 Grad Raumtemperatur.
  • Diese Fluchtkeller sind heute ein wichtiges Zeugnis für die Stadtgeschichte Zwiesels und zeigen anschaulich die existenzielle Bedrohung, der die Stadt Jahrhunderte lang ausgesetzt war.

Entstehung der Unterirdischen Gänge

  • Entstanden ist zumindest ein Teil der Gänge schon im Spätmittelalter, in den folgenden Jahrhunderten wurde es Zug um Zug weiter ausgebaut.
  • Man nimmt an, dass in Zeiten der Bedrohung, etwa während der Hussitenkriege (1409-1433) und während des 30-jährigen Krieges (1618-1648) besonders intensiv an den Anlagen gebaut wurde.

Wie wurden die Gänge gebaut?

  • Der Bau der Anlagen erfolgte mit einfachsten Mitteln.
  • Da das tiefgründig verwitterte Gestein nicht hart war, wurden Hacken eingesetzt, an härteren Stellen findet man auch Schlägelspuren. Außerdem wurden mit einfachen Gesteinsbohrern in weichem Gestein von den Kellern ausgehend Luftschächte und die Schlupflöcher mit Durchmessern von 10-40 cm, oft von unten nach oben, gebohrt.
  • Um ein Hineinwerfen von Gegenständen (in Zeiten von Kriegen insbesondere von Brandsätzen) in die Luftschächte zu verhindern, wurden diese oft absetzig angelegt oder durch versetzt eingebaute Gneisplatten gesichert. Mit diesen Luftschächten konnte man gleichzeitig die Bewetterung (Belüftung) der Keller regeln.
  • Der für den Besucherverkehr aufgeschlossene "Höhler" (System von künstlich angelegten Hohlräumen), war wohl Teil eines größeren, ursprünglich netzartig verbundenen Systems von Berg- und Tiefkellern. Vieles deutet darauf hin, dass der aufgeschlossene Höhler nicht nur Kühl- und Speicherfunktion besaß, sondern den Bewohnern auch als Flucht- und Verteidigungsanlage diente. Ein Zeichen dafür sind sog. Schlupflöcher, die den Zugang und die Verbindung der Keller untereinander zwar ermöglichten, jedoch Orts unkundigen Personen stark erschwerten oder unmöglich machten.
  • 18. Jahrhundert: Das Gangsystem war noch fast völlig intakt. Große Teile jedoch wurden vor allem nach dem 2. Weltkrieg durch die einsetzende Bautätigkeit verfüllt und zerstört.
  • In den letzten Jahren wurde nun ein Teil der Gänge erschlossen, und kann seit kurzem nun auch bei Führungen entdeckt werden. Zwiesels wechselvolle Geschichte kann dabei nachvollzogen werden.

Führungen in die Gänge

  • Eine Anmeldung ist erforderlich in der Touristinfo Zwiesel ( Tel. +49 9922 7099011) erforderlich, da die Teilnehmerzahl begrenzt ist.
  • In den bayerischen Ferienzeiten: Montag bis Samstag jeweils um 16:00 Uhr,
  • außerhalb der Ferien: Dienstag, Donnerstag und Samstag jeweils um 16:00 Uhr
  • Sonderführungen für Gruppen nach Absprache.

Karte

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