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Naturschutzgebiet "Donaualtwasser Staatshaufen"

in der Gemeinde Niederalteich im Deggendorfer Land in der Urlaubsregion Bayerischer Wald.

Das NSG "Donaualtwasser Staatshaufen"

  • bildet zusammen mit dem Naturschutzgebiet Isarmündung den Kern der besonders hochwertigen Auegebiete an der niederbayerischen Donau.
  • seit 1983: Das Gebiet steht mit einer Größe von 59,5 ha unter Naturschutz. Für das Gebiet gilt ein Betretungsverbot, um für die Tierwelt einen möglichst ungestörten Rückzugsraum zu sichern.
  • seit 2004: Zusätzlich ist der Staatshaufen durch die europäische Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) und die Vogelschutzrichtlinie geschützt.

Das Gebiet gilt als ökologisch

  • bedeutendstes Donaualtwasser zwischen Straubing und Vilshofen.
  • Das Schutzgebiet soll dazu beitragen, die vorhandenen seltenen und/oder bedrohten Tier- und Pflanzenarten zu erhalten. Dazu zählen Vogelarten wie z. B. Krick-, Knäk- und Pfeifente, Beutelmeise, Blaukehlchen und Kleinspecht, Grau- und Silberreiher, Kormoran und Gänsesäger, aber auch viele weitere Arten z. B. aus der Gruppe der Muscheln und Schnecken, der Libellen, der Lurche und Reptilien und natürlich der Fischfauna.
  • Fische nutzen die Altwässer im Staatshaufen nicht nur als Laichplatz und Kinderstube, sondern auch als weniger stark durchströmten Rückzugsraum bei Hochwässern in der Donau.
  • Vor allem für Wasser- und Wat-Vogelarten ist der Staatshaufen nicht nur ein wichtiger Lebensraum für Brut und Jungenaufzucht, sondern in der kalten Jahreszeit auch Rastgebiet und Tankstelle für tausende von Tieren aus Osteuropa auf ihrem Weg in die südlichen Winterquartiere.

Fast wie im Lehrbuch zeigt sich im Staatshaufen die vollständige Abfolge der für eine intakte Fluss- und Auelandschaft typischen Lebensgemeinschaften: vom Fließgewässer Donau über unterschiedlich intensiv durchströmte Altwasserbereiche, hin zu den in Niedrigwasserzeiten trocken fallenden Kies- und Schlickufern, über Schilfröhrichte und Großseggenriede zu Weidengebüschen (z. B. mit der Mandel-, Purpur- und Korbweide) und höherwüchsigen Weichholz-Auwaldbeständen, die vor allem aus der Silberweide aufgebaut werden.

Kleine Flächen im Staatshaufen beherbergen außerdem die sogenannte Hartholzaue, auf Flächen, die nur selten und nur kurz überflutet werden, stocken Gehölze mit hartem Holz, wie z. B. Stiel-Eiche, Esche, Ulme oder Hainbuche.

Überflutungen und ständiges Werden und Vergehen sind elementare Merkmale von intakten Auebiotopen.

  • Die von den Weiden dominierte Weichholzaue verträgt nicht nur eine Überflutung von bis zu drei Monaten im Jahr (immer unter der Voraussetzung, dass das Wasser in Bewegung bleibt und damit genügend Sauerstoff enthält).
  • Auwälder sind auf Überflutungen langfristig elementar angewiesen: nur im Zuge von Überschwemmungen entstehen durch Abtrag und Anlandung von Sand und Kies die Rohbodenstandorte neu, auf denen sich die Weiden natürlich verjüngen. Da dynamische Bedingungen wie an der frei fließenden Donau und im Staatshaufen in ganz Mitteleuropa aufgrund der Umwandlung der größeren Flüsse in Stausee-Ketten extrem selten geworden sind, sind auch echte Weichholz-Auwälder bedroht und besonders streng geschützt.

Entstehung

Gleichwohl ist der Staatshaufen nicht auf natürlichem Wege entstanden. Das Altwasser geht, ebenso wie das Altwasser "Alte Donau" am gegenüberliegenden Donauufer, auf flussbauliche Maßnahmen zu Beginn des 19. Jahrhunderts zurück.

Betreiber war damals vor allem die Klostergemeinde Niederalteich, die sich durch eine Abkürzung und Begradigung des Donaulaufs Vorteile für den Abfluss von Hochwässern versprochen hat.

Lage

Der Staatshaufen (der Name leitet sich möglicherweise vom Staatshafen ab) gehört - obwohl am anderen Ufer der Donau liegend - somit bis heute zum Gebiet der Gemeinde Niederalteich. Dass die Flächen trotz der damaligen Eingriffe (und späterer Pappelaufforstungen in Teilbereichen) einen so enormen Wert entwickeln konnten, liegt daran, dass das Areal bis heute schwer zugänglich ist und die Donau mit ihren Niedrig- und Hochwasserständen, dem Atmen der Aue, ihren unmittelbaren Einfluss auf das Schutzgebiet behalten hat.

Quelle: Georg Kestel, 10.10.2008.

Karte

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