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Ludwigsthal - ehemalige königliche Glashütte

Ludwigsthal an der Glasstraße: Der Ort liegt direkt an der B11 zwischen Zwiesel und Bayerisch Eisenstein in der Gemeinde Lindberg.

Hier erfahren Sie wissenswertes über die Glasgeschichte von Ludwigsthal.

Gründung des Glashüttengutes

  • Mehrere Interessenten hatten jahrelange Verhandlungen mit dem bayerischen Staat wegen des Standorts an der Mündung des Kolbersbaches in den Großen Regen (Batzelreuthen).
  • 1807: Johann Georg Hafenbrädl hatte eine Eingabe beim König gemacht.
  • 1812: Georg Christop Abele versuchte es auch.
  • 1816: Benedikt von Poschinger auf Oberzwieselau und Wolfgang von Kiesling auf Rabenstein, interessierten sich für den Standort.
  • 1817: Georg Christoph Abele hakte wieder nach.

Georg Christop Abele bekam den Zuschlag

  • 1825: Am 31. März bewilligte König Max I., Georg Christoph Abele den Bau der Glashütte.
  • 1826: Die Gründung der Hütte erfolgte durch den Glashüttenmeister Abele aus Neuhurkenthal im Böhmerwald.
  • 1827: Die Hütte war fertiggestellt. Abele durfte mit Genehmigung des nunmehrigen König Ludwig I. von Bayern den Ort Ludwigsthal nennen.
  • 1828: Am 5. September ging die Hütte in Betrieb.
  • 1830: Abele erbaute das Herrenhaus Schloss Ludwigsthal.
  • 1833: Der Hüttengründer Abele starb, sein Bruder Ferdinand übernahm die Leitung des Betriebes.

Von der Blütezeit bis zur Versteigerung

  • 1828-1848: In der Fabrik wurde weißes, danach grünes Spiegelglas hergestellt.
  • 1844-1861: Die Frau von Georg Christoph Abeles Sohn Wilhelm, eine geborene Hafenbrädl, leitete die Hütte bis zum Konkurs.
  • 1860: Der gesamte Besitz wurde versteigert. Das Objekt fiel an den Metzger Josef Pauli und den Bierbrauer Josef Kammermeier (beide aus Zwiesel).
  • Ende des 19. Jh.: Es erfolgte die Umstellung auf Hohlglasherstellung.

Von der Aktiengesellschaft bis zur Schließung

  • 1901: Den Betrieb pachtete Anton Röck aus Zwiesel und gründete zusammen mit der nahe gelegenen Regenhütte und der Hütte in Schliersee in Oberbayern eine Aktiengesellschaft.
  • 1914-1918: In der Zeit des 1. Weltkriegs wurde die Aktiengesellschaft aufgelöst.
  • 1928: Die Produktion wurde eingestellt.
  • 1948: Die Hütte nahm den Betrieb wieder auf.
  • 1955: Die Glashütte wurde von Rudolf Angerer gepachtet (ca. 200 Beschäftigte).
  • 1981: Die Glashütte wurde geschlossen.
  • 2001: Die Krystallglasmanufaktur Ludwigsthal wurde mit einer Schauglashütte gegründet.
  • 2006: Am Anfang des Jahres stürzte das leerstehende Gebäude unter den Schneemassen ein.

Sehenswürdigkeiten in Ludwigsthal

  • Schloss Ludwigsthal - Herrenhaus der Hüttenbesitzer - wurde im Januar 2008 von Pro Nationalpark e.V. gepachtet.
  • Pfarrkirche "Hl. Herz Jesu": Die neuromanische Kirche mit einer reichen Bemalung des Innenraums.
  • In der Nähe von Ludwigsthal befindet sich das 2005 errichtete Infozentrum Haus zur Wildnis des Nationalparks Bayerischer Wald mit einem 65 ha großen Tierfreigelände (Wölfe, Luchse, Wildpferde und Urrinder) und einer Steinzeithöhle.

Karte

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